Anja Pfennig, Prof. Dr.-Ing. Dipl. Min.
HTW Hochschule für Technik und Wirtschaft Berlin
Fachbereich Maschinenbau
Werkstofftechnik
Wilhelminenhofstraße 75A, Gebäude C
12459 Berlin
Lehrkonzept, Materialien und Informationen rund um Werkstofftechnik 1 und 2 (Blog wordpress)
Persönliche Seite auf der HTW-Homepage
1. Darstellung der Lehrphilosophie bzw. des Lehransatzes
Es ist mir eine "Herzensangelegenheit" die Geheimnisse der Werkstoffe zu entdecken, Wissensdurst zu stillen, Spaß an Erkenntnis sowie Methodenkompetenz zur konstruktionsgerechten Werkstoffauswahl zu vermitteln und eine breite, stets offene Wissensbasis zu schaffen. "Ach so!...", "so einfach...", "das ist ja irre" sind Sätze von meinen Studenten und Studentinnen und Quelle, Motivation und Feedback für meine Lehrtätigkeit und Bestätigung für meinen Weg als Dozentin (seit 2006 Lehrauftrag mit Berufung seit 2009 and der HTW Berlin).
Werkstofftechnik zählt zu den "Hilfswissenschaften" im Maschinenbau, auf deren Grundlagen weiterführende Kurse aufbauen. Für diese Kurse möchte ich meine Studenten und Studentinnen so gut und so vollständig wie möglich vorbereiten. Die Studierenden sollen zum Einen werkstofftechnisches Grundwissen erlangen, die Zusammenhänge zwischen makroskopisch messbaren Eigenschaften und dem Werkstoffaufbau kennenlernen, um gezielt auf die Anförderungsgrößen in maschinenbaulichen Konstruktionen einwirken zu können. Des Weiteren sollen sie Bauteilschäden erkennen und vermeiden lernen sowie erfassen, wie sie Werkstoffpotentiale zielgerecht ausschöpfen. Hierzu ist ein hohes Maß an kritischer Ausandersetzung sowohl mit Inhalten als auch mit Kommilitonen, Firmen und Hochschulangehörigen notwendig. Dabei wird das "werkstofftechnische" Denken sowohl in abstrakten Theorien als auch konkreter Alltagserfahrung trainiert, wobei wir die wesentlichen Aspekte an ausgewählten Falleispielen gemeinsam erarbeiten und Probleme zum großen Teil projektbasiert lösen. Ganz wichtig ist dabei Neugier zu wecken und den Zusammenhang zu realen Fragestellungen aufzuzeigen, weswegen ich mich für die an der Universität Cambridge eingeführte Lehrmethode, den sog. „design-led-approach“ [1] entschieden habe:
Im Allgemeinen ist es üblich, in der Werkstofftechnik einen Lehrweg einzuschlagen, bei dem sozusagen vom „Atom zu Bauteil“ erläutert wird. Das bedeutet, dass die Studierenden zwar theoretische Ansätze lernen, aber oft den Zusammenhang zu den maschinenbaulichen Herausforderungen vermissen. Eine viel größere Begeisterung für die Thematik und damit eine bessere Umsetzung des grundlegenden Stoffes kann ich erreichen, wenn der umgekehrte Weg beschritten wird: vom „Bauteil zum Atom“, der sog. „design-led-approach“. D.h. wir schauen uns die Anforderungen an ein Bauteil (z.B. Fahrrad, das jeder kennt) an, zerlegen dies gedanklich in seine Einzelteile und erarbeiten die geforderten Eigenschaften. Erst dann erläutere ich die wissenschaftlichen Hintergründe (z.B. warum eine Vorderradgabel aus Aluminiumlegierungen zwar weniger steif ist als eine aus Stahl, aber bezogen auf die Dichte (spezifische Steifigkeit) gleichermaßen geeignet ist und damit eine alternativer und real eingesetzter Werkstoff für dieses Bauteil ist). Im Anschluss daran kläre ich, woher die unterschiedlichen Dichten der Metalle resultieren und wie der Werkstoffaufbau auf die Steifigkeit, sowie Festigkeit Einfluss nimmt. Diese werkstofftechnischen Grundlagen werden in "Kleinsteinheiten" gefasst, die nicht aufeinander aufbauen und damit völlig unabhängig von einander zu jedem Zeitpunkt des Unterrichts eingesetzt werden können (Modularisierung). Mit diesem Lehransatz möchte ich das Studium der Werkstofftechnik flexibler, angewandter, greifbarer und für unterschiedliche Studierende begreifbarer gestalten. Dabei beziehe ich die Studierenden z.B. auch in die Erstellung qualitativ hochwertiger Arbeitsmaterialien ein. Neben den Aufgaben, Übungen und ständigen Wiederholungen steht die Erkenntnis über Werkstoffzusammenhänge im Vordergrund. Der grundsätzliche kooperative Lehransatz, auf den die eingesetzten (multimedialen) Lehrmittel abgestimmt sind, soll den Studierenden die Umsetzung der Theorie in die Praxis und umgekehrt erleichtern.
Referenzen [1] Materials, Engineering, Science, Processing and Design, Michael Ashby, Hugh Shercliff, David Cebon, ISBN: 978‐0‐7506‐8391‐3, ISBN10: 0‐7506‐8391‐0
2. Beschreibung der Lehrpraxis: Studierende, Inhalte, Ziele, Methoden, Evaluation
Studierende
Im Rahmen des Pflichtstudiums P im 1.-2. Semester nehmen ca. 45-50 Studierende der Studiengänge Maschinenbau, Fahrzeugtechnik, Wirtschaftsingenieurswesen an den Kursen für "Werkstofftechnik" teil. Unter den Studierenden sind nur ca. 2-5% weiblich. Ca. 35-45 Studierende wählen "Werkstoffe und Umwelt" oder "Werkstoffauswahl" im 4.-6. Semester als Wahlpflichtach WP. Die Vorkenntnisse in diesen heterogen (Herkunft, Fachrichtung, Ausbildungsstand und Lerntypus) zusammengesetzten Kurse sind sehr unterschiedlich; in der Regel sind 20% der Studierenden Abiturienten, 80% der Kurse werden von Studierenden mit abgeschlossenen Berufsausbildungen (kaufmännisch, Metallfach, Elektriker, Mechantroniker, u.a.). Im Laufe meiner Lehrpraxis habe ich gelernt mein Lehrkonzept auf gerade diese verschiedenen Fähigkeiten (guter Praxisbezug von Studierenden mit abgeschlossener Lehre; hohes Abstraktionsvermögen bei Abiturienten) abzustimmen, so dass alle -gerade in Kleingruppenarbeiten- voneinander profitieren.
Inhalte
1. Lehrveranstaltungen:
für Hauptfachstudierende im Bachelorstudiengang (P=Pflichtfach, WP=Wahlpflichtfach)
Werkstofftechnik 1. u. 2. Sem. P, Maschinenbau, Fahrzeugtechnik, Wirtschaftsingenieurswesen
Beispiel für die gestaltung einer UE (Lehrdrehbuch)
Werkstoffprüfung 1. u. 2. u. 3. Sem. P, Maschinenbau, Fahrzeugtechnik, Wirtschaftsingenieurswesen
Werkstoffe und Umwelt 4.-6. Sem. WP, Maschinenbau, Fahrzeugtechnik, Wirtschaftsingenieurswesen, Regenerative Energien, Umweltinformatik
Werkstoffauswahl 4.-6. Sem. WP, Maschinenbau, Fahrzeugtechnik, Wirtschaftsingenieurswesen, Regenerative Energien, Umweltinformatik
für Hauptfachstudierende im Masterstudiengang
Werkstoffkonzepte 2. Sem. Maschinenbau, Fahrzeugtechnik
2. Themen
alle Themen sind selbständige Kleinmodule, die unabhängig voneinander unterrichtet werden können
llllllllllllllllllllllllllllll
Jeder Studierende wählt seine persönlichen Schwerpunkte aus den Einzelmodulen. Es entsteht ein Gesamtbild.
Wie in der oben stehenden Graphik schematisch abgebildet gibt es eine Vielzahl von eigenständigen Mikro-Lehrmodulen (also Themen, die nicht notwendigerweise aufeinander aufbauen müssen), die ich für die unterschiedlichen Kurse nach geeigneten Schwerpunkten zusammenstelle. Diese umfassen:
Werkstofftechnik und Werkstoffprüfung 1 und 2
Einführung - Eigenschaften und Werkstoffklassen
Steifigkeit und Elastizität (struktureller Aufbau von Werkstoffen)
Festigkeit und Verformbarkeit (Kristallplastizität und Baufehler)
Sonderwerkstoffe (Formgedächtnislegierungen, Naturwerkstoffe, Halbleiterwerkstoffe, Nanowerkstoffe, Werkstoffe in der Elektrotechnik, Verpackungswerkstoffe, höherfeste Stähle, Werkstoffe für AAL (ambient assistent living), Hartmetalle und Sinterwerkstoffe, Kryowerkstoffe, ...)
Ziele
Vermittlung der wissenschaftlichen Werkstoffgrundlagen, sowie Wege zur konstruktionsgerechten Werkstoffauswahl
Berücksichtigung der Anforderungen an aufbauende Studienmodule, wie Fertigungstechnik oder Konstruktionslehre
selbstverständliches "werkstofftechnisches Denken", d.h. die Berücksichtigung des Werkstoffaufbaus bei der Beurteilung von Eigenschaften sowie kritisches Hinterfragen nach möglichen Verbesserungsansätzen
Zusammenführung der unterschiedlichen Voraussetzungen und Lernwege, so dass damit die Leistung des gesamten Kurses verbessert wird
Selbständiges Lernen und die Kommunikation innerhalb des Kurses und nach außen fördern
Regelmäßiger Austausch und regelmäßige Zusammenarbeit der Studierenden
Förderung des selbständigen und abwechslungsreichen Lernens
Vor allem: Spaß, Freude und Begeisterung an der Werkstofftechnik für Dozent und Studierende
Methoden und Lehrmittel
Im modularisierten Lehrkonzept sehe ich folgende Methoden und Lehrmittel vor:
1.Methoden:
Blended Learning (themenbezogener wechselder Präsenzunterricht und Onlinephasen)
Bereitstellung des Unterrichtsmaterials auf der Lehrplattform und damit Ortsungebundenheit
Seminaristischer Unterricht für die Themenmodule
Plenumsfragen und –aufgaben
Übungen zur Festigung und Vorbereitung (Einzel- oder Gruppenübungen zur Lernstandsüberprüfung, Anwendung, Gruppenarbeiten)
Übungen "Murmelgruppen" und Partnerübungen im Unterricht
CES EduPack (Datenbank zur graphischen Veranschaulichung der Eigenschaftszusammenhänge) als Grundlage zu E-Learning Modulen (Aufgabenlösung), das im gesamten Studium als Nachschlagewerk und „Überblick-Werkzeug“ genutzt werden kann
Chats (moodle, Clix)
Adobe Connect (Virtual Classroom für Webinare)
Evaluation
Werkstofftechnik 1, 1. Sem. (Gesamtpunktzahl 70)
Klausurleistung (max. 60 Punkte)
+ 4 große Übungen während des Semesters (max. 10 Punkte)
+ CES-Semesterübungen (freiwillig max. 5 Punkte)
+ Blog_Glossar (Themen werden zu Beginn gelost)
Werkstofftechnik 2, 2. Sem. (Gesamtpunktzahl 80) Notenvergabe erfolgt aus 50% Seminaristischer Unterricht + 50% Laborübungen hier SU
Klausurleistung (max. 60 Punkte)
+ Belegarbeit Vortrag zu Nichteisenmetallen (max. 10 Punkte)
+ Wikierstellung zu Nichteisenmetallen (max. 10 Punkte)
+ CES-Semesterübungen (freiwillig max. 5 Punkte)
Werkstoffe und Umwelt, 4.-6. Semester (Gesamtpunktzahl 60)
3. Übersicht über sonstige Aktivitäten und Engagement für die Lehre
lehrdidaktische Weiterbildungen von 2008 bis heute
Berliner Zertifikat für Hochschullehre (2011)
Betreuung von >10 Bachelor- und Masterabsolventen pro Semester
Anbahnung und Betreuung einer kooperativen Promotion eines HTW-Absolventen an der BAM und TU (ab 2013)
Einbindung von ca. 3-4 Praktikanten, Bachelor- oder Masterarbeitern pro Semester in die laufenden Forschungsarbeiten an der BAM (Bundesanstalt für Materialforschung und -prüfung), seit 2009
größtenteils erfolgreiche Empfehlung von herausragenden Studierenden für Mittelgeber von Stipendien (Studienstiftung des Deutschen Volkes, Ehrard Höpfner Studienpreis der FU Berlin, Ev. Studienwerk Villigst e.V., Verein der Freunde und Förderer der HTW, ...)
Kooperation mit der Mühlenau-Grundschule Zehlendorf (Fachübergreifende Projekte: "Maschinenbau in der Grundschule", HTW 4. Sem. MB - Mühlenau 6. Klasse), seit 2011
Kooperation mit der BAM Bundesanstalt für Materialforschung und -prüfung, seit 2006
Erstellung eines Web-Based Trainings (WBT) von 2009 bis 2011 zum Selbststudium und zur Nachbereitung des "Eisen-Kohlenstoff-Diagramms"
Antragstellung DAMID und DELA im Rahmen der Excellenzförderung für die Hochschullehre im Stifterverband für die Deutschen Wissenschaften
Projekt innerhalb des Lehrinnovation in der Hochschullehre, ExceLlus (zentrale Vorlesungsmodule für die Hochschule, Werkstofftechnik; PBL (project based learning) für gemeinsames WT-Modul für die Studiengänge Industrial Design und Maschinenbau), 2012 bis 2017
Modulverantwortliche für Werkstofftechnik innerhalb des neu zu akkreditierenden Studiengangs MAAL (Master of Ambient Assistent Living), 2012 bis 2017
Mitglied von Berufungskommissionen für externen Fachbereich (2011, 2012)
Planung gemeinsamer Lehrveranstaltungen WT für Industrial Designer und Maschinenbau
Integration von Blended Learning-Konzepten
Integration von E-Portfolios
4. Ausblick auf Ziele und Vorhaben in der Zukunft
KERNPROJEKT: Erstellung, Aktualisierung und regelmäßige Pflege von Unterrichtsmaterial für den modularisierten Unterricht im "Baukastensystem" und Bereitstellung für Lehrende der Werkstofftechnik in allen Studiengängen an der HTW (wird bereits im Projekt innerhalb des Lehrinnovation in der Hochschullehre der HTW, Excellus - Start 2013, realisiert und in der Lehrplattform moodle2.0 HIER LINK umgesetzt).
weiterhin intensive Betreuung meiner Praktikanten und Bachelor-/Masterarbeiter
die nächsten 4 Jahre werde ich einen Hochschulabsolventen in einer Kooperativen Promotion begleiten
Einführung von POL (pbl) für ausgewählte Themenmodule (semesterbegleitende Arbeit, z.B. Klimafreundlichkeit und Festigkeit am Beispiel eines Kinderspielplatzes)
Fortbildungen sind Erkenntnisgewinn, beugen Stillstand vor und Grundlage für freud- und phantasievolle Lehre, die inhaltlich gewohnt hohe Ansprüche stellt.
verstärkter Einsatz von peer-reviewed Unterrichtsmaterial, das von Studierenden für Studierende erstellt wurde. Einsatz von Web 2.0 tools.
Modulverantwortliche für Werkstofftechnik innerhalb des neu zu akkreditierenden Studiengangs MAAL (Master of Ambient Assistent Living)
Planung eines gemeinsamen Lehrmoduls WT für Industrial Designer und Maschinenbau des 2. Semesters, das auf kooperativen Projekten basiert
Anja Pfennig, Prof. Dr.-Ing. Dipl. Min.
HTW Hochschule für Technik und Wirtschaft Berlin
Fachbereich Maschinenbau
Werkstofftechnik
Wilhelminenhofstraße 75A, Gebäude C
12459 Berlin
Lehrportfolio für Anja Pfennig
Version 2014.
Anja Pfennig, Prof. Dr.-Ing. Dipl. Min.HTW Hochschule für Technik und Wirtschaft Berlin
Fachbereich Maschinenbau
Werkstofftechnik
Wilhelminenhofstraße 75A, Gebäude C
12459 Berlin
anja.pfennig@htw-berlin.de
Darstellung der Lehrphilosophie bzw. des Lehransatzes
Beschreibung der Lehrpraxis: Inhalte, Ziele, Methoden, Evaluation
Übersicht über sonstige Aktivitäten und Engagement für die Lehre
Ausblick auf Ziele und Vorhaben in der Zukunft
Belege und Dokumentationen
1. Darstellung der Lehrphilosophie bzw. des Lehransatzes
Es ist mir eine "Herzensangelegenheit" die Geheimnisse der Werkstoffe zu entdecken, Wissensdurst zu stillen, Spaß an Erkenntnis sowie Methodenkompetenz zur konstruktionsgerechten Werkstoffauswahl zu vermitteln und eine breite, stets offene Wissensbasis zu schaffen. "Ach so!...", "so einfach...", "das ist ja irre" sind Sätze von meinen Studenten und Studentinnen und Quelle, Motivation und Feedback für meine Lehrtätigkeit und Bestätigung für meinen Weg als Dozentin (seit 2006 Lehrauftrag mit Berufung seit 2009 and der HTW Berlin).
Werkstofftechnik zählt zu den "Hilfswissenschaften" im Maschinenbau, auf deren Grundlagen weiterführende Kurse aufbauen. Für diese Kurse möchte ich meine Studenten und Studentinnen so gut und so vollständig wie möglich vorbereiten. Die Studierenden sollen zum Einen werkstofftechnisches Grundwissen erlangen, die Zusammenhänge zwischen makroskopisch messbaren Eigenschaften und dem Werkstoffaufbau kennenlernen, um gezielt auf die Anförderungsgrößen in maschinenbaulichen Konstruktionen einwirken zu können. Des Weiteren sollen sie Bauteilschäden erkennen und vermeiden lernen sowie erfassen, wie sie Werkstoffpotentiale zielgerecht ausschöpfen. Hierzu ist ein hohes Maß an kritischer Ausandersetzung sowohl mit Inhalten als auch mit Kommilitonen, Firmen und Hochschulangehörigen notwendig. Dabei wird das "werkstofftechnische" Denken sowohl in abstrakten Theorien als auch konkreter Alltagserfahrung trainiert, wobei wir die wesentlichen Aspekte an ausgewählten Falleispielen gemeinsam erarbeiten und Probleme zum großen Teil projektbasiert lösen. Ganz wichtig ist dabei Neugier zu wecken und den Zusammenhang zu realen Fragestellungen aufzuzeigen, weswegen ich mich für die an der Universität Cambridge eingeführte Lehrmethode, den sog. „design-led-approach“ [1] entschieden habe:
Im Allgemeinen ist es üblich, in der Werkstofftechnik einen Lehrweg einzuschlagen, bei dem sozusagen vom „Atom zu Bauteil“ erläutert wird. Das bedeutet, dass die Studierenden zwar theoretische Ansätze lernen, aber oft den Zusammenhang zu den maschinenbaulichen Herausforderungen vermissen. Eine viel größere Begeisterung für die Thematik und damit eine bessere Umsetzung des grundlegenden Stoffes kann ich erreichen, wenn der umgekehrte Weg beschritten wird: vom „Bauteil zum Atom“, der sog. „design-led-approach“. D.h. wir schauen uns die Anforderungen an ein Bauteil (z.B. Fahrrad, das jeder kennt) an, zerlegen dies gedanklich in seine Einzelteile und erarbeiten die geforderten Eigenschaften. Erst dann erläutere ich die wissenschaftlichen Hintergründe (z.B. warum eine Vorderradgabel aus Aluminiumlegierungen zwar weniger steif ist als eine aus Stahl, aber bezogen auf die Dichte (spezifische Steifigkeit) gleichermaßen geeignet ist und damit eine alternativer und real eingesetzter Werkstoff für dieses Bauteil ist). Im Anschluss daran kläre ich, woher die unterschiedlichen Dichten der Metalle resultieren und wie der Werkstoffaufbau auf die Steifigkeit, sowie Festigkeit Einfluss nimmt. Diese werkstofftechnischen Grundlagen werden in "Kleinsteinheiten" gefasst, die nicht aufeinander aufbauen und damit völlig unabhängig von einander zu jedem Zeitpunkt des Unterrichts eingesetzt werden können (Modularisierung).
Mit diesem Lehransatz möchte ich das Studium der Werkstofftechnik flexibler, angewandter, greifbarer und für unterschiedliche Studierende begreifbarer gestalten. Dabei beziehe ich die Studierenden z.B. auch in die Erstellung qualitativ hochwertiger Arbeitsmaterialien ein. Neben den Aufgaben, Übungen und ständigen Wiederholungen steht die Erkenntnis über Werkstoffzusammenhänge im Vordergrund. Der grundsätzliche kooperative Lehransatz, auf den die eingesetzten (multimedialen) Lehrmittel abgestimmt sind, soll den Studierenden die Umsetzung der Theorie in die Praxis und umgekehrt erleichtern.
Referenzen
[1] Materials, Engineering, Science, Processing and Design, Michael Ashby, Hugh Shercliff, David Cebon, ISBN: 978‐0‐7506‐8391‐3, ISBN10: 0‐7506‐8391‐0
2. Beschreibung der Lehrpraxis: Studierende, Inhalte, Ziele, Methoden, Evaluation
Studierende
Im Rahmen des Pflichtstudiums P im 1.-2. Semester nehmen ca. 45-50 Studierende der Studiengänge Maschinenbau, Fahrzeugtechnik, Wirtschaftsingenieurswesen an den Kursen für "Werkstofftechnik" teil. Unter den Studierenden sind nur ca. 2-5% weiblich. Ca. 35-45 Studierende wählen "Werkstoffe und Umwelt" oder "Werkstoffauswahl" im 4.-6. Semester als Wahlpflichtach WP. Die Vorkenntnisse in diesen heterogen (Herkunft, Fachrichtung, Ausbildungsstand und Lerntypus) zusammengesetzten Kurse sind sehr unterschiedlich; in der Regel sind 20% der Studierenden Abiturienten, 80% der Kurse werden von Studierenden mit abgeschlossenen Berufsausbildungen (kaufmännisch, Metallfach, Elektriker, Mechantroniker, u.a.). Im Laufe meiner Lehrpraxis habe ich gelernt mein Lehrkonzept auf gerade diese verschiedenen Fähigkeiten (guter Praxisbezug von Studierenden mit abgeschlossener Lehre; hohes Abstraktionsvermögen bei Abiturienten) abzustimmen, so dass alle -gerade in Kleingruppenarbeiten- voneinander profitieren.Inhalte
1. Lehrveranstaltungen:für Hauptfachstudierende im Bachelorstudiengang (P=Pflichtfach, WP=Wahlpflichtfach)
- Werkstofftechnik 1. u. 2. Sem. P, Maschinenbau, Fahrzeugtechnik, Wirtschaftsingenieurswesen
Beispiel für die gestaltung einer UE (Lehrdrehbuch)- Werkstoffprüfung 1. u. 2. u. 3. Sem. P, Maschinenbau, Fahrzeugtechnik, Wirtschaftsingenieurswesen
- Werkstoffe und Umwelt 4.-6. Sem. WP, Maschinenbau, Fahrzeugtechnik, Wirtschaftsingenieurswesen, Regenerative Energien, Umweltinformatik
- Werkstoffauswahl 4.-6. Sem. WP, Maschinenbau, Fahrzeugtechnik, Wirtschaftsingenieurswesen, Regenerative Energien, Umweltinformatik
für Hauptfachstudierende im Masterstudiengang2. Themen
Werkstofftechnik und Werkstoffprüfung 1 und 2
Ziele
Methoden und Lehrmittel
Im modularisierten Lehrkonzept sehe ich folgende Methoden und Lehrmittel vor:
1. Methoden:
2. Lehrmittel:
offline, Lehrplattform der HTW: moodle (bis SS 2014 auch e-Campus)
online, E-Learning, Web 2.0
Evaluation
Werkstofftechnik 1, 1. Sem. (Gesamtpunktzahl 70)Werkstofftechnik 2, 2. Sem. (Gesamtpunktzahl 80)
Notenvergabe erfolgt aus 50% Seminaristischer Unterricht + 50% Laborübungen
hier SU
Werkstoffe und Umwelt, 4.-6. Semester (Gesamtpunktzahl 60)
Evaluation der Lehrveranstaltung
persönliche Evaluation
3. Übersicht über sonstige Aktivitäten und Engagement für die Lehre
4. Ausblick auf Ziele und Vorhaben in der Zukunft
5. Belege und Dokumentationen
Darstellung der Lehrphilosophie bzw. des Lehransatzes
Beschreibung der Lehrpraxis: Inhalte, Ziele, Methoden, Evaluation
Übersicht über sonstige Aktivitäten und Engagement für die Lehre
Ausblick auf Ziele und Vorhaben in der Zukunft
Belege und Dokumentationen
HTW Hochschule für Technik und Wirtschaft Berlin
Fachbereich Maschinenbau
Werkstofftechnik
Wilhelminenhofstraße 75A, Gebäude C
12459 Berlin